Fluchen Sie beim Autofahren?
Ich fahre gerne Auto, aber nicht sehr gut. „You are a threat to society behind the steering wheel, Philipp!“, hat mein texanischer Freund Derek kürzlich zu mir gesagt, nachdem ich versucht hatte, ihn zum Flughafen zu fahren. Nicht nur fluche ich beim Autofahren – ich rede auch mit mir selbst, esse, rauche und schneide mir die Fingernägel. Deshalb lässt mich mein Lebenspartner selten ans Steuer.
Eine unserer typischen Autofahrtkonversa-tionen geht etwa so: Richard ruft: „Achtung! Der alte Mann auf dem Zebrastreifen! Du solltest deine Brille aufsetzen, Philipp!“ „Mit der Brille fühle ich mich alt“, erwidere ich. „Du wirst dich vielleicht alt fühlen“, sagt Rich, „aber die Fussgänger werden leben!“ „Heee!“, brülle ich aus dem Fenster, „ – geht das mit dem Krückstock auch ein bisschen schneller??“

 

  „Wenn ich’s mir recht überlege, flucht aber eigentlich eher Richie, wenn ich fahre. Falls er sich nicht gerade mit der flachen Hand vor die Stirn schlägt oder so Hinweise gibt wie: „Genau, Philipp, genau! Du hast ganz Recht! Diese Strasse würde uns schneller nach Lausanne führen – wenn sie nach Lausanne führen würde!“ Oder: „Hier ist 100. Du fährst 80. Hier ist 100!“
„Ich weiss“, erwidere ich, „ich fahre immer 80. Das habe ich von meiner Mutter. Die fährt allerdings immer 60. Und das ist gar nicht mal so langsam. Du glaubst gar nicht, wie viele Speeding Tickets sie auf diese Weise bekommt. Sie ist in Flensburg als Raserin bekannt!“
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