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ZAUBER DES
LETZTEN
»Ich weiß nicht«, flüsterte Elisabeth und fasste Gustav am Arm, »ist es
richtig, was wir hier tun?«
»Was meinst du?«, fragte Gustav zurück.
»Ich meine, hier das Haus auszuräumen«, erwiderte Lilli.
»Damit will ich sagen: Das ist doch im Grunde... nun ja: skru¬pellose
Raffgier - und steht somit gegen alles, was mir anerzo¬gen wurde.«
Die schwere Eichentür öffnete sich knarrend. Sie hatte immer geknarrt,
weshalb unbemerktes nächtliches Nachhausekommen für Gustav nie ein
einfacher Vorgang gewesen war, denn seine Großmutter hörte (obschon sie
das Gegenteil behauptete) zwar nicht mehr alles, aber das Knarren der
Haustür war ihr doch so vertraut, dass dieses Geräusch sie noch in ihrem
Schlafzimmer in der Beletage |
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alarmierte.
Und dann konnte es passieren, dass sie plötzlich am Kopfe der Treppe
erschien, die mit einem schweren himmelblauen Teppich bespannt war, und
direkt auf die Haustür zulief. Dort stand sie, im Nachthemd, und
verlangte Rechen¬schaft. Das war immer sehr unangenehm für Gustav, und
so hatte er mit der Zeit eine perfekte Übung darin entwickelt, die
ei¬chene Haustür mit den leicht verwitterten Messingbeschlägen so zu
handhaben, dass sie sich ohne jedes Geräusch öffnete. Man musste dazu
einen präzisen kleinen Schwung anbringen, indem man die Tür zunächst
ganz langsam, ab einem gewissen kriti¬schen Punkt jedoch sehr zügig
aufdrückte. Das war nun nicht mehr nötig. Gustavs Großmutter war
gestorben.
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